Heiterer Abend mit Peitschengabi und Schaumwein satt

Die Schrillmänner machten eine Gastspielreise durch Israel zum Thema eines bunten Programms im Tollhaus

Schrill ist nicht nur der April.
Die Schrillmänner hatten nämlich eine Reise nach Israel getan, und also viel
zu singen und zu erzählen.

Das neue Programm der Karlsruher Schwulenchörin, "Shalömchen, das heilige Land von hinten", wurde jetzt an zwei Tagen im Tollhaus präsentiert. Der Multimediadialichtbildvortrag mit gesanglicher Untermalung verarbeitet die vielfältigen Erlebnisse des über
20-köpfigen Chores im gelobten Land.

Peitschen-Gabi, ein "Lufthansa-Stewardessen-Uniform-Fetischist", übernahm die Moderation des kurzweiligen Abends.
Köpfchen in das Wasser:

Vom Bade an belebten Stränden, über "schwule Leitkultur", bis zu sich während der Zugabe leerenden Sälen (in Israel wohl normal) gab es, wenn auch zu weit weg vom Mikrofon, allerlei Heiteres und Schlüpfriges zu erzählen.

Die Tatsache, dass der Chor jetzt offiziell Mitglied des Badischen Sängerbundes ist; wurde vom Publikum heftig beklatscht.

Gar nicht uniform kamen die einzelnen Sänger des Chores daher:
In unterschiedlichen Trachten nämlich, die auch die eine oder andere sexuelle Vorliebe erahnen lie�. Von "Hänschen Klein" auf Hebräisch bis "Mein Hund ist schwul" erklangen diese musikalisch.

Aber auch Klassiker wie "Somewhere" oder "Always look on the bright side of life" hatten ihren Platz im Programm. Anstößchen, Aufstößchen: in der Pause, die zu lange ausfiel, floss der Sekt, das Hauptgetränk der Szene. Auch hier ist "schrill" angesagt, zumindest verbal. Schrill war das Outfit der Sänger und manchmal auch der Inhalt ihrer abgründigen Texte. Sanglich wünschte man sich hier und da jedoch schon mal mehr Schmackes und Genauigkeit. 

Dynamik ist nicht die Stärke des Chores. Doch darauf kommt es der gro�en Anhängerschaft der Singgemeinschaft nicht so an. Schlie�lich war das Tollhaus am ersten Abend fast ausverkauft.

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BNN 28.11.2000, Peter Bastian